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Monday, 24 December 2018

Der (falsche?) Kitzel der Ökonomie (2) — Die klassischen Wurzeln der modernen Wirtschaftstheorie

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Wenn Sie den Wirtschaftsteil Ihrer Tageszeitung aufschlagen, um sich von Fachkundigen über Zustand und Aussichten der Wirtschaft informieren zu lassen, sollte Ihnen bewusst sein, dass deren Denken auf vergessenen Annahmen realitätsferner Art beruht.

Entkleidet man die Ökonomik, kommt kein allzu wohlgeformter Körper zum Vorschein. Seine Formen hat man zurechtgebogen, um vorgefasste Ergebnisse zu beglaubigen. Solange dieser Körper noch in ein Laken eingehüllt ist, erscheint er verführerisch. In diesem Aufzug präsentiert sich die Wirtschaft als ein idealer Mechanismus. Sie ist selbstregulierend und führt immer zu einem Gleichgewicht, in dem optimale Zustände erfüllt sind: Arbeitslosigkeit ist unmöglich, der Produktionsausstoß ist von der Ressourcenausnutzung her unübertreffbar effizient und der auf diese Weise geschaffene Wohlstand verteilt sich so unter den Menschen, dass eine Verbesserung nicht möglich ist.

Den Ehrgeiz der Ökonomen inspirierten zwei Träume: Ihr Fach sollte (1) exakt wie die Physik sein und (2) den Beweis führen, dass die Wirtschaft wie sie sie sich vorstellen eine Gleichgewichtsordnung darstelle, die nicht nur für einen optimalen Ausstoß, sondern auch für eine harmonische Gesellschaft sorgt, in der niemand zu kurz kommt.

Der Ökonomen hat einen hohen Preis. Denn eine ökonomische Gleichgewichtsordnung, wie sie den klassischen und neoklassischen Ökonomen vorschwebt, lässt sich nur konstruieren, wenn grobe Verzerrungen der wirklichen Bedingungen in Kauf genommen werden. Zum Beispiel wird unterstellt, dass alle Wirtschaftsteilnehmer frei von Unsicherheit sind. Ja, Sie haben richtig gelesen: die Zukunft ist bekannt ebenso wie alle anderen Faktoren, die erfüllt sein müssen, damit die Pläne der Menschen sich optimal in einem Gleichgewichtssystem verzahnen.

Kurzum der Traum, die Wirtschaft durch ein Modell darzustellen, dass sich Verfahren der exakten Wissenschaften bedient (Mathematik) kann nur wahr werden, wenn der andere Traum – den selbstregulierenden Charakter der Wirtschaft nachzuweisen – aufgegeben oder per Irreführung aufrechterhalten wird.

Die Ablehnung staatlicher Eingriffe in diesen vermeintlich selbststeuerenden Mechanismus ist also unberechtigt, weil sie auf einer Entstellung der Wirklichkeit fußt. Das Wirtschaftsgeschehen ist kein Automatismus, sondern wird auf Schritt und Tritt beeinflusst durch menschliches Zutun, natürlich auch in seinen kollektiven Ausprägungen, wie z. B. gemeinsam beschlossenen Regeln.

Was vom Versprechen einer freien (sprich selbstregulierenden) Wirtschaft bleibt, ist ein hochabstraktes Modell – die ökonomische Gleichgewichtstheorie – ohne Bezug zur Wirklichkeit bzw. ein Versteckspiel der Ökonomen, die zum einen unterstellen, dass ihre Gleichgewichtstheorie von der Wirtschaft korrekt und also realistisch sei – was sie entschieden nicht ist – und dass die Formen des Eingreifens in die Wirtschaft, die sie ablehnen, den Vollzug der wirtschaftlichen Selbstregulierung verhindern - wohingegen Eingriffe, die ihnen genehm sind, frei von diesem Nachteil seien. Natürlich müssen Gleichgewichtsökonomen Wirtschaftseingriffe bestimmter Art fordern, denn die Wirtschaft ist kein Gleichgewichtsautomatismus. Aus diesem Grunde läuft ihre Argumentation darauf hinaus, ihnen das Monopol auf legitime Wirtschaftseingriffe zu übertragen. Sie tun so als wüssten sie, wie eine ideale und zugleich real betreibbare Wirtschaft aussähe — dabei sind sie an diesem Projekt kläglich gescheitert — und leiten aus dieser falschen Behauptung, das Privileg ab, die korrekte Wirtschaftspolitik für uns zu bestimmen.

Dies sollte man immer im Hinterkopf haben, wenn sich Vertreter der Schulökonomie zur Wirtschaft äußern.

Wir werden uns deshalb im nächsten Beitrag dieser Reihe den Grundannahmen zuwenden, die die zeitgenössiche Wirtschaftslehre von den klasssichen Ökonomen übernommen hat – ohne sich allzu genau daran erinnern zu wollen.

Die bis heute vorherrschende neoklassische Theorie – eine Ergänzung und Fortführung des Gleichgewichtsparadigmas der ökonomischen Klassik – hat jeden Versuch aufgegeben, ein realistisches Modell von der Wirtschaft zu kreieren; sie setzt ganz auf mathematische Eleganz, und schert sich nicht um Bagatellen wie Raum und Zeit. Gleichzeitig lebt sie vom Nachhall des ökonomischen Urknalls der klassischen Wirtschaftstheorie, deren Autoren sich noch die Mühe gemacht hatten, die Wirklichkeitsnähe ihrer Annahmen zu rechtfertigen.

Wer sich also ein Bild davon machen möchte, was Ökonomen eigentlich meinen, wenn sie von einer selbstregulierenden Wirtschaft sprechen, befasst man sich am besten mit dem Wirtschaftsmodell der klassischen Ökonomik – und das ist genau, was wir nun tun werden.

PS

Die mathematische Schlüssigkeit der modernen Gleichgewichtsökonomie wird also anhand eines (neoklassischen) Modells bewiesen, das absolut nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat. Das Funktionieren der Mechanismen, die der Wirtschaft angeblich zum Gleichgewicht verhelfen, wird wiederum mit den Modellen der klassischen Ökonomie erklärt.  Die modernen Ökonomen tun dann so, als hätten sie sowohl die Schlüssigkeit als auch den funktionellen Realismus (wie die Märkte funktionieren) ihres Wirtschaftsbildes schlagend bewiesen.

Was sie bewiesen haben, ist die Schlüssigkeit eines Glasperlenspiels, das nichts gemein hat mit der Wirtschaft. Die Gleichgewichtsmechanismen, die sie von der Klassik übernehmen, haben keine Entsprechung in der Wirtschaftsrealität, wie wir gleich sehen werden. 

Wednesday, 19 December 2018

Die Irrlehre von der Wirtschaft

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Es ist faszinierend, sich mit der modernen Wirtschaftslehre zu befassen. Bei jedem Schritt, der einen tiefer in ihr Inneres führt, stellt man fest, dass sie auf Fantasien beruht, die uns weit wegführen von der realen Wirtschaft. 

Es ist wie ein Abstieg in eine Märchenwelt, ähnlich der Reise zum Mittelpunkt der Erde in Jules Vernes gleichnamigen Roman.

Was mich besonders bewegt, ist die Einsicht, dass was uns als ehrwürdige Wissenschaft angeboten wird (man denke an den Begriff der "die Wirtschaftsweisen"), ein Mimikry ist, hinter dem sich die bizarre, grötenteils verdrängte, nicht mehr kritisch bewußt gemachte Modellwelt der klassischen und neoklassischen Ökonomik verbirgt.

Das Studium der Wirtschaftswissenschaften ist ein einziges Ablenken von den unhaltbaren Grundlagen des Fachs.

Der Blogger "Lord Keynes" fasst das Versagen der Wirtschaftswissenschaften vor der Realität in folgenden Punkten zusammen:

Markträumende Gleichgewichtslagen sind unmöglich, erstens, weil weder Preise noch Löhne die nötige Flexibilität aufweisen, und zweitens, und noch grundlegender, weil sie häufig Falschanpassungen bewirken würden angesichts des Umstands, dass Investitionsentscheidungen unter Bedingungen unvollkommenen Wissens und großer Unsicherheit erfolgen

Es gibt daher keine Garantie, dass Elemente, die sich ineinander fügen müssten, um ein Geichgewicht herzustellen, tatsächlich zueinander passen werden, insbesondere die effektive Nachfrage, d. h. die Nachfrage zahlungswilliger Abnehmer nach dem betreffenden Produkt und das Angebot an Produktionsfaktoren, das zu dessen Herstellung und Vertrieb erforderlich ist.

Damit ist die grundlegendste Annahme der klassisch-neoklassischen Gleichgewichtstheorie entkräftet – Says Gesetz, wonach das Angebot an produzierten Waren immer von einer dazu passenden Nachfrage absorbiert wird

Erstaunlich, dass eine Annahme, die so offensichtlich falsch ist, den Grundstein der modernen Ökonomie bildet. 

Gleichgewicht bedeutet nämlich nichts anderes, als dass alle Faktoren, die zur Produktion von Waren aufgeboten werden, auf eine effektive Nachfrage stoßen, die ausreicht sie zu entlohnen, sprich: ihre Kosten zu decken.

Es ist doch schon für den Laien offenkundig, dass es zahllose Gründe geben kann, warum eine derartige Übereinstimmung von Angebot und Nachfrage unter Umständen nicht zustandekommen kann. Das beginnt schon mit der falschen Vision des Unternehmers, der sich von einem Produkt eine reißende Abnahme verspricht, die nie eintreten wird.

Alle anderen Faktoren, die "Lord Keynes" aufführt scheinen mir, von diesem grundlegenden Problem abgeleitet zu sein und/oder es zu verstärken:

Natürlicher Zinssatz: Wenn ein Gleichgewicht nicht möglich ist, dann kann es auch nicht durch einen mystischen "korrekten" Zinssatz herbeigeführt werden.

Geldmenge: Die Geldmenge ist Teil dieses nicht ergodischen (nicht auf sicheren Prognosen beruhenden) Prozesses, vermöge dessen wir uns mit unseren Investitionsbemühungen in die Zukunft vorwagen, mal irrig, mal mit Erfolg. Und wieder: Wenn es ein Gleichgewicht nicht gibt, kann es auch nicht durch Bestimmung der vermeintlich richtigen, markträumenden Geldmenge erzeugt werden – zumal die Geldmenge keine exogene Stellschraube darstellt, mit der die Zentralbank, das System „auf Gleichgewicht einstellen“ könnte, sondern durch das Geschehen in der Wirtschaft beeinflusst wird: namentlich die Nachfrage von Investoren nach Geld und die Bereitschaft der Banken, Geld bereitszustellen – wobei sich beide Gruppen in ihrem Zusammenspiel tüchtig irren können – die Banken in ihrem Kreditvotum, die Unternehmen in ihrer Zukunftsplanung. 

Geld ist somit nicht neutral, sprich: ohne Einfluss auf die realen Variablen der Wirtschaft (Beschäftigung, Produktionssaustoß etc.). Im Gegenteil, wenn zu viel Geld irrigerweise von Investoren aufgenommen und von Banken verliehen wird, entsteht wirtschaftlicher Schaden, genauso, wie wenn zu wenig Geld bereitgestellt wird, sodass Mittel fehlen, um produktives Wachstum zu finanzieren.

Auch ist das Preisniveau nicht eine einfache Funktion der Geldmenge, sondern von vielen Wirkgrößen abhängig.

Insgesamt stiert die klassisch-neoklassische und damit die zeitgenössische Ökonomik in die falsche Richtung, indem sie nur auf die Angebotsseite achtet. Sie lässt außer Acht, dass die Wirtschaft nicht vor allem deshalb ins Straucheln (aus dem Gleichgewicht) gerät, weil es an angebotsseitigen Faktoren hapert, sondern weil der Teil der Wirtschaft, den diese Wirtschaftstheorien weitgehend ignorieren, – die Nachfrage – zu gering ist. Um sie wiederzubeleben, bedarf es staatlicher Wirtschaftspolitik. Doch derartige Interventionen lehnt das klassisch-neoklasssische Paradigma ab. 

Hier beißt sich die Katze in den eigenen Schwanz: Denn die Prozesse der Markträumung, die diese Theorien unterstellen, finden entweder nicht statt oder erzeugen nicht unbedingt eine optimales Gleichgewicht. Etwas, das funktionieren kann – das staatliche Eingreifen – wird abgelehnt zugunsten von etwas, dass nicht funktionieren kann: die Herstellung eines Gleichgewichts in allen Märkten und in der Wirtschaft insgesamt durch Markttransaktionen des nicht staatlichen Sektors.

Sunday, 19 August 2018

Adam Smith, We Have a Problem


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There are  a number of things I do not understand about what Hudson is telling us, but the survey of his life is highly interesting.

Sadly, I cannot help concurring with him that economics as taught at universities is disconnected from reality, except that it the minds of teachers and students to become preconceived, believing in the ruling economic paradigm.

So I became aware of the fact that academic economics is very fictitious. It has nothing to do about the real world. It was really a parallel universe theory ...

The source.




Wednesday, 4 July 2018

Automated Home Construction

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I feel that home construction and road works are woefully unproductive, being among the laggards of our hugely efficient economies.




Sunday, 10 June 2018

Euro (16) — Adam Smith Opposed to EU

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From a comment I made here

Writes Adam Smith:
 
“People of the same trade seldom meet together, even for merriment and diversion, but the conversation ends in a conspiracy against the public, or in some contrivance to raise prices…though the law cannot hinder people of the same trade from sometimes assembling together, it ought to do nothing to facilitate such assemblies; much less to render them necessary” (Book I, Ch. 10, S.82).

I suppose, this would have made Adam Smith, who certainly was a broad-minded thinker and no doctrinaire, an opponent of the EU.

“The viciously anti-democratic nature of the EU is quite easy to explain: (1) the European Commission, despite being unelected, is the executive of the EU and has the sole right to propose legislation. This European Commission proposes and formulates legislation largely in secret with committees filled with big businesses and corporate interests …” 

For more see here and here and here.

Friday, 1 June 2018

Every Economy Is a Mixed Economy

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I have replied to Nick in this thread, deploring what tends to get ignored or neglected in formalistic-stereotypal economics: the fact that economies are first and foremost social and political events:

The points you are making in your above comment are very important. One of the biggest dangers in development economics is compartmentalisation. Every country is an individual. Stereotyping is the beginning and the texture of ideology, and ideology is misrepresentation. Paying attention to details and specific circumstance is of the utmost significance in devising sensible policies. But somehow we humans feel attracted to ideal types and overly categorical dichotomies as between puristic conceptions of "free markets" and "socialism". Every economy is a mixed economy, with elements of a spontaneous nature and elements of political intervention. As you rightly argue "the political and institutional aspects" are at least as important as specific (types of, say industrial) policies, and I would suggest that without a good grasp of concrete politics and institutions one is bound to fail to understand the character and individuality of a country, i.e. the conditions for success and failure specific to it.

See also Free Trade and Imaginary Markets

Tuesday, 10 April 2018

Free Trade (3) — Static and Dynamic Gains from Trade

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English summary below / englische Zusammenfassung unten



Man unterscheidet zwischen statischen und dynamischen Wohlfahrtsverbesserungen (Vorteilen) des Außenhandels („gains from trade“). Bei statischen Wohlfahrtsvorteilen verbessert der Außenhandel die Verteilung der Produktionsschwerpunkte zwischen den Handelspartnern, sodass sich der Ressourcenaufwand für die Erzeugung der nachgefragten Güter insgesamt – also bei beiden Handelspartnern verringert

Erreicht wird dies dadurch, dass die Produktion der betreffenden Güter in beiden Ländern an den jeweils effizienteren Produzenten umverteilt wird. Vergleichsweise ineffiziente Produktion in Land A wandert nach Land B ab, wo das Gut effizienter produziert wird, und umgekehrt. So wird insgesamt „billiger“, sprich: mit geringerem Aufwand produziert. Durch Handel gelangen dann die vergleichsweise effizienter produzierten Güter in die Länder, wo sie zuvor mit größerem Aufwand, also weniger günstig, hätten produziert werden müssen. Die Effizienz optimierende Produktionsverschiebung beruht auf den sogenannten komparativen Vorteilen, die das jeweilige Land besitzt: die Fähigkeit, ein Gut mit geringerem Aufwand zu produzieren als dies im anderen Land möglich ist. Auf die Einzelheiten des Handels zwecks Ausnutzung des sogenannten komparativen Vorteils gehe ich im nächsten Post anhand von Zahlenbeispielen und Schaubildern ein.

Statisch sind diese Handelsvorteile, die allein auf der Ausnutzung komparativer Vorteile beruhen,  insofern, als sie per se nicht dazu führen, die Produktionsbasis selbst zu verbessern. Vielmehr verschiebt sich unter einem Regime des komparativen Vorteils der Produktionsschwerpunkt der gegebenen Produktionsbasis von den vergleichsweise ineffizient produzierenden zu den vergleichsweise effizient produzierenden. Es wird also effizienter produziert, aber auf Basis der unveränderten Produktionsmöglichkeiten und Produktivitätsmaxima.

Dynamische Wohlfahrtsverbesserungen, die durch den Außenhandel  bewirkt werden, sind solche, die die (Produktivität der) Produktionsbasis selbst verbessern, z. B. durch Marktausweitung (die Skalenerträge und andere Produktivitätssteigerungen überhaupt erst ermöglicht), durch verstärkte, zu höherer Produktivität antreibende Wettbewerbsintensität, zusätzliches Know-How, neue Ideen, die Ausbreitung technischer Kenntnisse, die Ergänzung des Kapitalangebots durch ausländische Direktinvestitionen, produktivitätsförderliche Veränderungen in den kulturellen und moralischen Gewohnheiten und Maßstäben.

Wir befassen uns im nächsten Post mit dem klassischen Fall statischer Wohlfahrtsverbesserungen durch Außenhandel – den Fall, den David Ricardo formalisiert hat.


The static gains from trade stem from the basic fact that countries are differently endowed w ith resources (natural and acquired) and because of this the opportunity cost of producing products varies from country to country. Opportunity cost is measured by the marginal rate of transformation between one good and another, as given by the slope of the production possibility curve; that is, by how much one good has to be sacrificed in order to produce another. If, for example, a country has to sacrifice the production of 1000 tons of wheat to produce 100 tons of steel, the opportunity cost ratio between wheat and steel is 10:1. The law of comparative advantage states that countries will benefit if they specialise in the production of those goods for which the opportunity cost is low and exchange those goods for other goods, the opportunity cost of which is higher. In other words, the static gains from trade are measured by the resource gains to be obtained by exporting to obtain imports more cheaply in terms of resources given up, compared to producing the goods oneself. Or, to put it another way, the static gains from trade are measured by the excess cost of import substitution; by what is saved by not producing the imported good domestically. The resource gains can then be used in a variety of ways including increased domestic consumption of both goods.
Unlike static gains from trade, which simply shift production within the existing production base from relatively inefficient to relatively efficient production capabilities, dynamic gains from trade actually cause the productivity of the production base to increase.


[I]mportant dynamic benefits from trade consist of the stimulus to competition; the acquisition of new knowledge, new ideas and the dissemination of technical knowledge; the possibility of accompanying capital flows through foreign direct investment, and changes in attitudes and institutions.

To be continued here / fortgesetzt hier

Monday, 9 April 2018

Free Trade (2) — Adam Smith's Argument in Favour of Free Trade

 
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German summary below / deutsche Zusammenfassung unten

Continued from / Fortgesetzt von Free Trade (1) — Managed Trade, Mercantilism, and Free Trade


Anthony Thirlwall writes (emphasis added),

The doctrine that trade enhances welfare and growth has a long and distinguished ancestory dating back at least to Adam Smith (1723-90). Smith, in his famous book, An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations (1776), stressed the importance of trade as a vent for surplus production and as a means of widening the market thereby improving the division of labour and the level of productivity. It is worth quoting Smith directly:

“between whatever places foreign trade is carried on, they all of them derive two distinct benefits from it. It carries the surplus part of the produce of their land and labour for which there is no demand among them, and brings back in return something else for which there is a demand. It gives value to their superfluities, by exchanging them for something else, which may satisfy part of their wants and increase their enjoyments. By means of it, the narrowness of the home market does not hinder the division of labour in any particular branch of art or manufacture from being carried to the highest perfection. By opening a more extensive market for whatever part of the produce of their labour may exceed the home consumption, it encourages them to improve its productive powers and to augment its annual produce to the utmost, and thereby to increase the real revenue of wealth and society.”

Deutsche Zusammenfassung:

In seinem klassischen Werk vom Wohlstand der Nationen (1776) preist Adam Smith die Vorzüge des Freihandels, indem er besonders zwei positive Effekte hervorhebt: die Möglichkeit, durch Handel 

(1) einen Abflusskanal zu schaffen, über den sich Produktionskapazitäten, die im Inland nicht mehr absetzbar sind, gewinnbringend vertreiben lassen, und 

(2) den Markt auszuweiten, wodurch sich die Arbeitsteilung vertieft und verbessert und somit zur Steigerung des Produktivitätsniveaus führt.

Adam Smith begründet dies – in meiner Übersetzung – wie folgt:

... einerlei zwischen welchen Standorten der Außenhandel stattfindet, er trägt ihnen zwei klare Vorteile ein. Er führt den überschüssigen Teil der Erzeugnisse ihres Bodens und ihrer Arbeit, für den keine Binnennachfrage besteht, ab, um dafür als Gegenleistung etwas zurückzubringen, für das Bedarf besteht. Der Außenhandel verleiht Gütern, die im Binnenmarkt überflüssig sind, einen Wert, indem diese eingetauscht werden gegen Anderes, das bestimmte Bedürfnisse des Binnenmarktes befriedigt und so dort den Wohlstand vergrößert. (Siehe meine Definition von „wealth“ / „Wohlstand“ in „Wealth — A Discussion“).

Auf diese Weise kann die Enge des Binnenmarktes nicht verhindern, dass die Arbeitsteilung in einer bestimmten Zunft oder Industrie zur höchstmöglichen Vollendung gelangt. Indem jenen Teilen der Produktion, die vom binnenländischen Verbrauch nicht absorbiert werden können, ein ausgedehnterer Markt erschlossen wird, entsteht ein Anreiz, die Produktionskräfte zu verbessern und den jährlichen Ausstoß so groß als möglich zu gestalten und damit den der Gesellschaft zufließenden wohlstandsmehrenden Ertrag zu steigern.

Ich habe bei meiner Übersetzung, die ich hoffentlich sorgfältig genug, aber doch in aller Schnelle vorgenommen habe, keinen Ehrgeiz gehabt, den richtigen historischen Ton anzuschlagen. 

Inzwischen habe ich die Stelle in Recktenwaldts deutscher Übersetzung gefunden und füge sie noch an.


Zwischen welchen Plätzen er [der Außenhandel] auch betrieben wird, allen bringt er zwei verschiedene Arten Gewinn. Der Außenhandel exportiert jenen überschüssigen Teil des Ertrags aus Boden und Arbeit, nach dem im Lande keine Nachfrage besteht, und führt wiederum dafür das ein, wonach im Inland Bedarf besteht. Durch ihn erhält sein Überschuß erst einen Wert, indem er ihn nämlich gegen irgend etwas eintauscht, was Teile des Bedarfs decken und zur erhöhten Lebensfreude beitragen kann. Auch hilft der Außenhandel mit, daß die Arbeitsteilung nirgendwo im Handwerk oder Gewerbe durch die Enge des Inlandsmarktes daran gehindert wird, sich im höchsten Grade zu vervollkommnen. Indem der Außenhandel einen weiten Markt für den Absatz jeder Art Erzeugnis, für das der heimische Bedarf fehlt, öffnet, ermutigt er das Land, seine Produktivkräfte zu verbessern und sein Sozialprodukt bis zum äußersten zu steigern und dadurch auch das Realeinkommen und den Wohlstand der Bevölkerung zu erhöhen.

Der Wohlstand der Nationen, S.363, 1993


Continued here / fortgesetzt hier

Sunday, 8 April 2018

Free Trade (1) — Managed Trade, Mercantilism, and Free Trade

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German summary below / deutsche Zusammenfassung unten

Gradually recovering from an obstinate case of flu, in subsequent posts, I intend to look more closely into the theory of free trade. Here is an appetizer with which I hope to pique your curiosity by sharing an argument that contradicts all-out free trade and its opposite mercantilism, taking a differentiated, eclectic stance.

Excerpt from, a letter to the Financial Times:
...
As long as an economy is not at full employment, the case for free trade is considerably weakened. As Keynes put it in his evidence to the Macmillan Committee on Finance and Industry in 1930:

“Free trade assumes that if you throw men out of work in one direction you re-employ them in another. As soon as that link in the chain is broken the whole of the free trade argument breaks down.” 

The welfare gains from trade can be offset by the welfare losses from unemployment. What most countries need is managed trade, particularly to avoid balance of payments difficulties, and the US is no exception. The economic and political challenge is how to go about it fairly and efficiently, not to dismiss trade policy outright. 

Tony Thirlwall Professor of Applied Economics, Keynes College, University of Kent, UK



Deutsche Zusammenfassung:

Nachdem ich mich allmählich von einer hartnäckigen Erkältung zu erholen beginne, möchte ich mich in nächster Zeit etwas eingehender mit der Theorie des Freihandels beschäftigen. Hier erst einmal ein Appetithäppchen, das Ihre Neugier wecken mag, indem ich der dogmatischen Verteidigung des Freihandels ebenso wie der seines Widersachers, dem Merkantilismus, widerspreche und mich einen differenzierteren, eklektischen Standpunkt zuneige.

...

Insofern, als eine Wirtschaft nicht Vollbeschäftigung erzielt, erfährt das Plädoyer für den Freihandel eine erhebliche Schwächung. Keynes hat ... dies 1930 so ausgedrückt:


„Freihandel unterstellt, dass, wenn man Arbeitskräfte hier herauswirft, man sie gleich wieder dort einstellt. Funktioniert dieser Zusammenhang nicht, dann ist auch das Plädoyer für den Freihandel hinfällig.“

Der dem Freihandel zu verdankende Zuwachs an Wohlstand kann wieder aufgehoben werden durch Wohlstandsverluste in Form von Beschäftigungslosigkeit. Was die meisten Länder benötigen, ist  geplanter Handel, besonders um zu vermeiden, dass es Schwierigkeiten mit der Zahlungsbilanz gibt – das gilt auch für die USA. Das stellt einen vor die wirtschaftliche und politische Herausforderung, dieses Ziel auf die fairste und effizienteste Weise zu erreichen. Handelspolitik in Bausch und Bogen zu verurteilen, ist nicht die Lösung.

Continued in / fortgesetzt in Free Trade (2) — Adam Smith's Argument in Favour of Free Trade

The Need for Eclecticism in Economics and Science in General

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German summary below / deutsche Zusammenfassung unten

My first experience of working in a developing country was in 1974 when I went to the University of Papua New Guinea in Port Moresby to finish a book with my former research student, Robert Dixon, who was teaching there, and to teach a fourth year course on growth and development theory. The numbers were small, but the students were highly motivated and particularly concerned with the relevance of conventional growth theory to an understanding of the growth and development process in quite primitive, agrarian economies such as Papua New Guinea. This is a perennial qu  estion asked by students of development economics and my answer is always the same – that some ‘conventional theory’ is relevant, but some is not, and that what is important is to be eclectic and to try and draw on all paradigms and schools of thought in order to elucidate a particular issue, whatever it may be.
Tony Thirlwall in A Life in Economics

I believe disregard of Thirlwall's above essential advice is the chief reason why economics is either misleading, irrelevant and/or outright dangerous in terms of its influence on policies affecting the real world.

Typically, academic economics is an exercise in pressing the student into a default baking mould representing a closed ideological system or a set of beliefs deliberately made to be impenetrable by divergent aspects threatening the faith with erosive insights.

Deutsche Zusammenfassung (meine Übersetzung):

... dass ein gewisses Maß an konventioneller Theorie sachdienlich sein kann, andere Aspekte dieser Sichtweise aber wiederum nicht. Wichtig ist es, eklektisch vorzugehen im Bemühen, nützliche Impulse von allen Paradigmen und Schulen aufzunehmen, um Licht in eine bestimmte Fragestellung zu bringen, gleichgültig welcher Art sie auch sei.

Tony Thirlwall

Ich glaube, dass die Missachtung des so wichtigen Rats, den Thirlwall uns gibt (siehe oben) der Hauptgrund dafür ist, dass Ökonomie entweder irreführend, irrelevant und/oder regelrecht gefährlich ist, was ihren Einfluss auf politische Maßnahmen betrifft, die in der Realität wirksam werden.

Üblicherweise ist die akademisch betriebene Ökonomie eine Übung in Sozialisation, ein Versuch, den Studenten in eine vorgegebene „Backform“ zu pressen –  in ein geschlossenes ideologisches System oder einen Kanon an Überzeugungen, die bewusst abgeschirmt werden von abweichenden Auffassungen, die den Glaubenskern mit inhaltlichen Veränderungen bedrohen.

Saturday, 24 February 2018

Promethean Growth — Forgotten Deliverance

 
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English summary below / englische Zusammenfassung unten.


Deepak Lal unterscheidet drei Formen von Wirtschaftswachstum: extensives, intensives und prometheisches.

Extensives Wirtschaftswachstum kannten auch schon frühere Kulturen, nämlich die Zunahme des Produktionsausstoßes im Einklang mit dem Bevölkerungswachstum, sodass zwar gelang, die Produktionsbasis (vor allem Land) und den damit erzielten Output auszuweiten, das Pro-Kopf-Einkommen jedoch nicht anstieg. 

Frühere Kulturen kannten zum Teil sogar intensives Wirtschaftswachstum, also solches, bei dem der Produktionsausstoß stärker wächst als die Bevölkerung. Dieses Phänomen war vor allem dann zu beobachten, wenn Imperien entstanden, die bisher isolierte Wirtschaften und Märkte zusammenführten und so Wohlstandseffekte durch intensiveren und umfangreicheren Handel sowie Produktivitätsverbesserungen durch vertiefte Arbeitsteilung ermöglichten.

Doch erst unser Zeitalter erlebt, beginnend im 19. Jahrhundert, erstmals in der Geschichte der Menschheit prometheisches Wirtschaftswachstum: intensives Wachstum von solcher Art, dass das Pro-Kopf-Einkommen, nicht mehr nur episodenhaft, sondern dauerhaft und kräftig ansteigend zunimmt. 

Der atemberaubende Fortschritt, den die Menschheit im Zeitalter des prometheischen Wirtschaftswachstum durchlebt, beruht nach wie vor auf zwei, vielen Menschen heute verhassten Säulen: dem Kapitalismus und fossilen Brennstoffen. 

Wir sprechen hier von einem Kapitalismus, der durchtränkt ist von liberalen Werten, bald aber auch geprägt wird von der Erneuerung des Liberalismus durch eine sozialdemokratische Gesellschaftsphilosophie, die im modernen Staat das Potenzial erkennt, die Schwächen des Kapitalismus durch Sozial- und Konjunkturpolitik zu korrigieren.

Das zweite, buchstäblich prometheische Element des prometheischen Wirtschaftswachstums sind die fossilen Brennstoffe. Waren zuvor die Energieressourcen, die den Menschen zu Gebote standen, begrenzt – Land und seine Ressourcen sowie tierische und menschliche Arbeitskraft – und durch abnehmenden Ertrag gekennzeichnet, so änderte sich das Bild nun völlig. In den fossilen Brennstoffen, die der Mensch nun zu fördern und zu nutzen lernte, waren unendliche Mengen an Energie in hoher Dichte gespeichert.  Genug, um ein nicht endendes intensives Wirtschaftswachstum zur Grundlage des nächsten Kapitels der Menschheitsgeschichte zu machen.

Es entbehrt nicht der Ironie oder eher noch der Tragik, dass sich die Menschheit auf dem vorläufigen Höhepunkt ihres Wohlstands ausgerechnet gegen den Stoff wendet, ohne den sie weder den derzeitigen hohen Lebensstandards erhalten noch so vielen Menschen das Überleben ermöglichen kann wie heute.

Der uns selbstverständlich gewordene Wohlstand beruht auf dem Vorhandensein reichhaltiger Mengen an günstigen fossilen Brennstoffen. Das wird vergessen von den Kritikern unserer auf fossilen Brennstoffen beruhenden kapitalistischen Lebenswelt. Ja sie verkehren die Wahrheit sogar ins Gegenteil, indem sie behaupten, der Mensch füge seiner Umwelt (durch Förderung, Erzeugung und Nutzung fossiler Energieträger) derartigen Schaden zu, dass sie ihm nicht mehr als Basis seines Überlebens dienen kann. 

Eine abenteuerlich verwirrte Auffassung, wenn man sich nur bewusst macht, dass die Natur sich als ein grausamer Feind des Menschen erweist, wenn wir darin nachlassen, sie unseren Interessen zu unterwerfen. Menschliches Überleben bedeutet immer die Umformung der Natur im Dienste menschlicher Zwecke.

Wie das Zeitalter des prometheischen Wirtschaftswachstum zeigt, gelingt die unserer Gattung förderliche Umformung der Natur um ein Vielfaches besser, seit wir gelernt haben, uns der Energie fossiler Brennstoffe zu bedienen, um unsere Lebensziele zu erreichen.

Es erscheint logisch, dass der Mensch, der seit hundert tausenden von Jahren gelernt hat, die Natur immer besser an seine Bedürfnisse anzupassen, in seiner dank der neuen Energiequellen verbesserten Position, umso größere Fortschritte dabei machen sollte, die Umwelt als Hilfsmittel einzusetzen, das ihm zu immer mehr Sicherheit, Komfort und Wohlstand verhilft. Und genau diese Erwartung ist eingetreten — spielt sich jeden Tag vor unseren Augen ab. Es gibt schlechterdings keine tragfähigen Befunde, die belegen, dass die Folgen der Nutzung fossiler Brennstoffe den Menschen in alarmierender Weise bedrohten – der Klima-Alarmismus ist eine einzige Abfolge gescheiterter Versuche, die These der Selbstzerstörung des Menschen durch Zerstörung seiner Umwelt zu bekräftigen. Das Gegenteil ist der Fall, wir verstehen es immer besser, uns die Erde untertan und zum Instrument großartiger Errungenschaften zu machen wie uns die jüngsten atemberaubenden Siege im Kampf gegen die schlimmsten Geißeln der Menschheit lehren.

Doch niemand feiert diese beglückenden Durchbrüche. Der Weltuntergang ist in aller Munde. Statt, dass wir uns in unserem politischen Diskurs, in der Formulierung unserer moralischen und gesellschaftlichen Zielsetzungen von diesen Triumphen der Besserstellung und unserem einzigartigen Talent, die Natur zu nutzen, um Gutes zu bewirken, inspirieren zu lassen, verlieben wir uns in selbst herabsetzende Mythen vom sündhaften Missbrauch der Natur durch unsere Gattung.

Es ist erstaunlich, dass Propaganda dieses Zuschnitts dermaßen dominant geworden ist in unserer Kultur, dass ihre falschen „Binsenwahrheiten“ volkstümlich geworden sind und so das Denken der meisten Menschen und – mehr noch – ihre Empfindungen und Glaubensreflexe beherrschen. 

Gefühlen und Parolen stehen Tatsachen gegenüber. Und die Tatsachen verlieren. 


English summary 

Deepak Lal distinguishes three types of economic growth: extensive, intensive, and Promethean. Extensive growth ensures that output increases in line with population growth. Per capital income stagnates. When output increases exceed the populations growth intensive growth is achieved, and per capita income rises. Intensive growth used to be episodic rather than continuous. It used to be accompanied by the rise of empires. In encompassing formerly separated regions, an empire created broader markets and allowed for a deeper division of labour, which would engender efficiency gains, improved productivity and greater wealth.

Nevertheless, by and large mankind was condemned to a life of severe poverty by contemporary standards.

Two revolutionary innovations were required for man to escape from extreme poverty: capitalism and fossil fuels. We are talking about a kind of capitalism that is steeped in liberal values (showing respect for the individual and his freedom) and enhanced by adding social democratic principles to classical liberalism, notably based on the insight that the state could be instrumentalised to correct the weaknesses and faults of capitalism.

Before man  discovered and learned to take advantage of fossil fuels, the energy available to man was highly restricted (to hardly processed natural resources provided by land as well as animal and human power)  and subject to diminishing returns. This hindrance was overcome when man was able to release the limitless energy stored in fossil fuels.

It is this source of energy that is indispensable for our species to attain Promethean growth, and continual increases of output beyond population growth, resulting in a perpetual rise of per capita income.

It is ironic that — in the face of unprecedented progress including the almost entire elimination of poverty the world over — the culturally dominant religion of the West — the church of the regressive green left — makes it its devilish business to destroy the two pillars of our hugely successful civilisation: capitalism and fossil fuels.

It is a sure sign of a religious mania when its adepts lose their competitive instincts and their will to survive and succeed, as is happening in the West which concedes rational self-regard and sensible policies for economic growth to powerful emerging nations like India and China as well as Trump's America, a giant that — unlike decadent Europe — proves capable of sobering up eventually.

Wednesday, 10 January 2018

What Is Wrong with Macroeconomics?


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See German version below / Siehe deutsche Version unten.
 
... there is no simple relation between individual and aggregate behavior, and to assume that behavior at one level can be assimilated to that at the other is simply erroneous ...

That's the answer — to the question “What Is Wrong with Macroeconomics” — in a nutshell, taken from a useful synoptic article that traces the origins of modern mainstream economics back to an interpretation of Adam Smith, according to which 

  • a free economy is one where all markets clear (global equilibrium), thereby creating optimal conditions for economic production and distribution as well as first best social outcomes. 

All hinges on global equilibrium. 

But global equilibrium can be modelled — i.e. made to work theoretically — only under highly unrealistic assumptions. The model cannot claim to be even remotely capable of reflecting the true working of an economy. It replaces the real agents of economic life with so called “representative agents” whose overriding purpose is to make the model produce equilibrium outcomes.

Again, a case of a model modelling itself.  

See here for a more detailed discussion of the abject failure of the DSGE-(global equilibrium)-model, which is used in mainstream macroeconomics to 

  • teach (i.e. indoctrinate) students, 

  • research (i.e. embroil the macroeconomics in egregious contradictions and thus further the subjects regress) and 

  • advise governments (i.e. mislead them and encourage false and dangerous policies).


***

... es gibt keinen einfachen Zusammenhang zwischen dem Verhalten des Individuums und dem Verhalten von Bestimmungsgrößen, die sich aus dem Zusammenwirken von Individuen ergeben. Anzunehmen, dass das Verhalten auf der einen Ebene ohne weiteres auf die andere übertragen werden kann, ist einfach falsch ...

Das ist in aller Kürze die Antwort auf die Frage Was stimmt nicht mit der Makroökonomie? Sie stammt aus einem lesenswerten Überblickartikel, in dem der Ursprung der modernen Makroökonomie zurückgeführt wird auf eine Lesart des Werks von Adam Smith, wonach

  • eine freie Wirtschaft dadurch gekennzeichnet ist, dass in ihr alle Märkte Angebot und Nachfrage in Einklang bringen (globales, markträumendes Gleichgewicht) und im Zuge dessen optimale Bedingungen für Produktion und Verteilung der Wirtschaftsgüter sowie bestmögliche gesellschaftliche Verhältnisse hervorbringen.

Alles hängt davon ab, dass ein globales Gleichgewicht erzielt wird.

Doch ein globales Gleichgewicht lässt sich nur mit Modellen darstellen, die auf äußerst unrealistischen Annahmen beruhen. Diese Modelle sind weit davon entfernt, die wahre Funktionsweise einer Wirtschaft abzubilden. Sie ersetzen die realen Akteure des Wirtschaftslebens mit sogenannten „repräsentativen Agenten“, deren vornehmlicher Zweck darin besteht, es zu ermöglichen, mit dem Modell Gleichgewichtsergebnisse zu simulieren.

Wieder ein Fall von „Modell modelliert sich selbst“.

Dieser (englische) Blog-Beitrag enthält eine ausführlichere Erörterung der Ursachen für das Versagen des DSGE Modells, das von den Vertretern der vorherrschenden Makroökonomie verwendet wird in 

  • Lehre (zwecks Indoktrinierung der Studenten), 

  • Forschung (um die himmelschreienden Widersprüche des Modells und damit den Rückschritt der Makroökonomie zu verfestigen) und 

  • Politikberatung (wo es dazu dient, Entscheidungsträger in die Irre zu führen und falsche und gefährliche wirtschaftspolitische Maßnahmen zu begünstigen).

Sunday, 7 January 2018

Finanzierung, Versorgung und Steuern


Im Folgenden lege ich einen deutschen Text vor, der in etwa diesem englischen Blog-Beitrag von mir – Financing, Real Funding and Coercive Taxes – entspricht.

Wozu Steuern?

Steuern haben verschiedene Funktionen. Unter anderem dienen sie dazu, eine dominante Landeswährung zu etablieren. Wenn die Bevölkerung die Währung annimmt, die der betreffende Staat zur Landeswährung bestimmt, ist die Regierung in der Lage, wirkungsvolle wirtschaftspolitische Eingriffe vorzunehmen. So kann sie durch Steuererhöhung eine Wirtschaft vor Überhitzung bewahren. Steuersenkungen sind ein Mittel, einer erlahmten Wirtschaft auf die Beine zu helfen.

Mit der Erhebung von Steuern beschneidet der Staat die Kaufkraft der Bevölkerung. Dies tut er, damit die Kaufkraft des nicht staatlichen Sektors nicht ausreicht, um das gesamte von der Wirtschaft erzeugte Angebot an Waren und Dienstleistungen für sich allein zu vereinnahmen. 

Steuern sorgen dafür, dass ein Teil dieses Angebots für den Staat übrig bleibt – dieser also auch imstande ist, sich einen Teil der angebotenen Waren und Dienstleistungen anzueignen.

Doch warum sollten Menschen sich dazu entschließen, die vom Staat gewünschte Währung anzunehmen – statt einer anderen?

Der Staat ist in der Lage, diese Menschen dazu zu zwingen, seine Währung anzunehmen. Er tut dies, indem er Steuern erhebt, die in der von ihm gewünschten Währung denominieren. Wer die ihm auferlegte Steuerverbindlichkeit nicht erfüllt, muss mit empfindlichen Strafen rechnen, zu deren Vollzug der Staat die Machtmittel besitzt als Monopolinhaber des Rechts und der physischen Mittel  Zwangsgewalt auszuüben.

Zur Illustration: Um eine ihnen genehme Währung in einer Region Schwarzafrikas einzuführen, haben die Briten einst eine Steuer auf die Hütten erhoben, in denen die afrikanische Bevölkerung lebte. Damit war ein Anreiz geschaffen, Tätigkeiten auszuüben, die in der von den Briten gewünschten Währung bezahlt wurden. So konnte der kolonialistische Staat, Menschen dazu bringen, Waren zu erzeugen und Dienstleistungen zu erbringen, die er zur Versorgung seines Apparats und letztlich zur Ausübung seiner Macht benötigte.

Steuern haben auch andere Funktionen, z. B. bestimmte Handlungsweisen zu erschweren, etwa durch Verteuerung eines Guts (Zigaretten).

Finanzierung versus Versorgung

Der andere Punkt, den ich im oben erwähnten Post angesprochen hatte: zu den vier Prinzipien der Steuertheorie von Adam Smith soll das Postulat gehören: niemand dürfe gezwungen werden, mehr als nötig (in Form von Steuern) zu dem beizutragen, was für das Betreiben eines Staats erforderlich ist. 

Diese Aussage wurde für meine Begriffe fälschlicherweise von Bill Mitchell dahingehend interpretiert, Smiths Postulat impliziere, dass der Staat Steuereinnahmen benötigte, um seine Ausgaben zu finanzieren.

Zur genaueren Unterscheidung sollte man differenzieren zwischen Finanzierung und Versorgung.

Ich gebe Mitchell darin Recht, dass der währungssouveräne Staat – 

also ein Staat, dem es gelungen ist als monopolistischer Emittent der Landeswährung, 

  • (1) die Dominanz der von ihm gewünschten Währung in seinem Hoheitsgebiet und 

  • (2) die Fähigkeit des Staats, beliebige Summen dieses Geldes ins Leben zu rufen, zu gewährleisten –

keine Finanzierungsengpässe kennt. 

Anders ausgedrückt, der Staat ist nicht darauf angewiesen, das für seine Ausgaben benötigte Geld aus fremden Quellen zu beziehen, etwa von Steuerzahlern.

Eine andere Art der Abhängigkeit des Staats vom Steuerzahler

Doch sehe ich eine andersgeartete Abhängigkeit des Staats vom Steuerzahler.

Wenn wir davon ausgehen, dass das Gros des Gesamtangebots an Waren und Dienstleistungen einer Wirtschaft dem nicht staatlichen Sektor entstammt, dann ist der Staat in der Tat darauf angewiesen, dass seine Steuerzahler eben jene Waren produzieren. Er kann diese Waren zwar jederzeit finanzieren – sprich, er hat das Geld, das für deren Kauf verlangt wird. Doch das nützt ihm nichts, wenn die Waren gar nicht erst produziert worden sind. Er kann die gewünschten Waren zwar immer finanzieren/bezahlen, aber er kann sich nicht immer mit ihnen versorgen.

Und selbst, wenn die gewünschten Waren vorhanden sind, so ist der Staat abermals in gewisser Weise von seinen Steuerzahlern abhängig, will er in den Besitz dieser Güter gelangen. Er muss dafür sorgen, dass deren Kaufkraft nicht ausreicht, ihm alle Waren „wegzuschnappen“. Er muss Steuern erheben, die das verfügbare Einkommen / Vermögen der Steuerpflichtigen verringern.

In diesem Zusammenhang ist es angebracht darauf hinzuweisen, dass Steuern dazu beitragen, inflationäre Entwicklungen zu verhindern, die nämlich entstünden, wenn die volle Kaufkraft des nicht staatlichen Sektors und die nominelle Nachfrage seitens des Staats sich zu einer nominellen Gesamtnachfrage verbinden, die weit über das hinausgeht, was die Wirtschaft an Waren und Dienstleistungen bereitzustellen imstande ist.

Heutzutage wird die Fähigkeit des Staats, seine diversen Aufgaben und Anliegen zu finanzieren, der Öffentlichkeit als äußerst problematisch dargestellt. Der Staat drohe pleite zu gehen. Künftige Generationen werden unter einer unerhörten Schuldenlast versinken. Hohe Staatsausgaben führten unausweichlich zu hoher Inflation, selbst Hyperinflation.

Diese inzwischen geradezu volkstümlichen Szenarien sind falsch, denn sie berücksichtigen nicht die tatsächlichen Wechselbeziehungen.

Die Fragen, auf die sich unser Augenmerk richten sollten, lauten vielmehr:

Wie groß ist das reale Angebot an Waren und Dienstleistungen, und wie ist dieses Angebot beschaffen, besonders in Hinblick auf die Leistungen, die erforderlich sind, um das Allgemeinwohl zu befriedigen – „haben wir genügend Krankenschwestern und Ärzte?“

Wie sieht ein ausgewogenes Größenverhältnis zwischen staatlichem und nicht staatlichem Zugriff auf die volkswirtschaftlichen Ressourcen aus?

Wie groß sind die Ausgaben aller Gesellschaftsteilnehmer — nicht nur des Staats – verglichen mit dem vorhandenen Angebot und den Kapazitäten der Wirtschaft, weitere Waren und Dienstleistungen bereitzustellen? 

Verfolgte man diese Fragen so intensiv wie man heute das Schreckgespenst überhöhter Staatsausgaben propagiert, würde die Öffentlichkeit mit dem Gesichtspunkt Bekanntschaft machen, dass die volkswirtschaftlichen Ressourcen bei weitem nicht so stark ausgelastet sind, wie sie es sein sollten, um die Einkommen, den Wohlstand und die Beschäftigungslage deutlich zu verbessern. Wir sind weit entfernt von einer Wirtschaftslage, die uns mit Inflation bedroht.

Und gerade die Zwangsjacke namens EU verdammt Millionen von Menschen zu Unterbeschäftigung und Arbeitslosigkeit. Die EU-Verträge laufen auf ein verfassungsmäßig verankertes Verbot, jene Nachfragesteuerung zu praktizieren, die der westlichen Welt zu beispielloser Prosperität in den Jahren zwischen 1945 und 1975 verholfen hatte.


Von Interesse in diesem Zusammenhang ist auch mein Beitrag Bitcoin.

Tuesday, 23 May 2017

Money, Barter, and Debt

Image credit.


Die Moderne Geldtheorie (MGT / engl. ModernMoneyTheory) sieht in der Geldwirtschaft ein System zur Verwaltung von komplexen gegenseitigen Schuldverpflichtungen, eine Handelsplattform für IOUs, wenn man so will.

Vor diesem Hintergrund ist der unten wiedergegebene englische Beitrag recht interessant. Darin wird argumentiert, dass das Phänomen gegenseitiger Verschuldung schon sehr alt sei. Es sei falsch, dass es, entwicklungsgeschichtlich recht spät, erst als Nachfolger des Naturaltausches auftritt, wie Adam Smith es lehrte und zeitgenössische Lehrbücher es noch immer darstellen.

Schulden — ein Fundament des Menschseins

Das Prinzip der gegenseitigen Verschuldung sei grundlegend für das Zusammenleben von Menschen. Es helfe, das Leben miteinander berechenbar zu gestalten und Vertrauen zu institutionalisieren (siehe auch meine Ausführungen an der Uni Witten zur Kategorie des effektiven Vertrauens).

Die anthropologische Forschung liefere keine Hinweise auf reine Naturaltauschgesellschaften; die frühsten Belege verwiesen vielmehr auf Techniken zur Registrierung von Forderungen und Verbindlichkeiten.

Die reine Naturaltauschgesellschaft sei eine nachträgliche Rationalisierung von Ökonomen, die keinerlei Entsprechung in der historischen Forschung findet.

Dennoch behaupte die ökonomische Theorie, Geld — und später eine Verschuldungsordnung — hätten sich aus Schwierigkeiten entwickelt, die im Urstadium des Naturaltausches aufgetreten seien — z.B. aus dem Problem der Notwendigkeit der doppelten Übereinstimmung der Bedürfnisse, sprich: in einer Gesellschaft, die kein Geld kennt, kann einer, der eine Henne anzubieten hat, nur mit dem einen gegenseitig befriedigenden Tausch vollziehen, der genau die angebotene Henne braucht und - doppelte Übereinstimmung der Bedürfnisse - seinerseits etwas anbietet, das genau dem Bedürfnis des Hennenbesitzers entspricht, z.B. ein Fahrradpedal vom Hersteller Genauderundkeinanderer; Geld hingegen lässt sich gegen beliebige Angebotsprodukte eintauschen. Es erzeugt pure Kaufkraft, die es gestattet den Lohn für die Befriedigung des Bedürfnisses nur einer von zwei Handelsparteien zu speichern bis sich für die andere Partei eine Gelegenheit bietet, etwas zu erwerben, das seinem Bedürfnis gemäß ist.

In kleinen, frühen Gemeinschaften hätte jedoch der reine Naturaltausch sich kaum durchsetzen können, behauptet der Autor David Graeber. Ein strenges Tausch-Regime basiere auf Antagonismen zwischen den Menschen, da der Handel ein Nullsummen-Spiel darstelle — ein Punkt, den ich freilich nicht teile. Demgegenüber sei es eine Überlebensbedingung kleiner Gruppen, dass Vertrauen zwischen den Mitgliedern herrsche, und ein solches Vertrauen könne nur entstehen, wenn die Menschen gegenseitige Verpflichtungen (Schulden) eingingen.

Was ich mitnehme

An dieser Stelle frage ich mich jedoch, warum der Tausch im Sinne des Handels (zwischen Individuen) grundsätzlich antagonistisch sei, während nur die (in einer engen Gemeinschaft praktizierte) Reziprozität von Verpflichtungen Platz lasse für ein nicht-antagonistisches Miteinander. 

Tatsächlich werden zwar nicht alle, aber doch zahlreiche Handelstransaktionen beide Seiten befriedigen —  und wer will das friedensstiftende Potenzial des Handels grundsätzlich bestreiten? —, während viele gegenseitigen Verpflichtungen, die einem die Gemeinschaft auferlegt, als ungerecht und repressiv empfunden werden — z.B. wenn starke Machtungleichgewichte bestehen.

Man sollte die Harmonie, die angeblich in engen Gemeinschaften herrsche, nicht überschätzen; es gibt viele anthropologische Belege dafür, dass Repression und leidvolle Unterdrückung des Individuums sehr häufig anzutreffen sind in closely knit communities

Kann es überhaupt eine trennscharfe Grenze geben zwischen Naturaltausch, sonstigen Handelsformen und gemeinschaftlichen Reziprozitätserwartungen/verabredungen/bestimmungen? Ich kann nicht sehen, warum Formen des gemeinschaftlichen Geben-und-Nehmens von Natur aus weniger kontrovers sein sollen als Tauschrelationen, die bei Gegengeschäften oder am Markt verhandelt werden.

Richtig scheint mir jedoch die Einsicht, dass das Leben in menschlichen Gemeinschaften immer auf einer Schuldenordnung beruht. Wir sind aufeinander angewiesen, weswegen wir schnell an den Punkt gelangen, wo geklärt sein will, wer wen unterstützen soll, auf welche Weise und welche Erwartungen damit verbunden werden dürfen. 

Richtig scheint mir die Einsicht, dass eine Schuldenordnung jeder Form von Handel und Geldwirtschaft zugrunde liegt.

Richtig scheint mir daher auch die Einsicht, dass es eine reine Naturalwirtschaft nie gegeben haben kann und dass vielmehr der Naturaltausch — ebenso wie andere Formen des Handels — eine Variante darstellt im Spektrum der Verfahren, mit denen wir eine brauchbare Schuldenordnung zu gestalten trachten.

[The below article inspired me to conclude that debt is indeed a fundamental human relationship underlying all forms of trade, including barter and money-based exchanges. However, I do not think that barter and money-based exchanges are naturally antagonistic, while only certain forms of communal reciprocity are capable of being non-antagonistic. Instead, all three categories represent attempts at organising the fundamental human relationship of debt or mutual obligation. None of which is entirely benign or totally detrimental by nature. Money-based exchanges are a vital institutional innovation that is indispensable in a populous civilisation that is peaceful and highly productive, because effective trust is spread among humans, who for the most part do not know each other in person.]

Ich beziehe mich auf diesen Post:


David Graeber: Debt: the Myth of Barter

Adam Smith got it wrong about primitive society where he said that people bartered, says David Graeber. What they had was a kind of mental debt system. You'd help someone one day, or give them something, but you expected the favour returned on another day if you needed it.


In the second chapter David Graeber explodes a foundational myth of economics. In textbooks all around the world the history of economics is summarized thusly: first came barter, then money, only later were credit and debt invented. The problem with this presentation is that “barter” economies pretty much never existed. We don’t find them either in anthropological study of any human cultures around the world, nor in historical records anywhere. In fact, the very first records of any kind are of credits and debits in Mesopotamian tablets. 
But the story of barter is so ingrained in us we probably find the fact that it didn’t really happen dumbfounding. I mean, of course people barter. Don’t they? If I have wheat and you have ham and I want ham but I don’t have any money I just trade you my wheat for your ham, right? 
Graeber shows how the idea of barter was created in exactly this way: as a thought experiment by economists trying to explain their discipline. But the myth of barter was never really compared against actual human societies. It was was simply assumed that barter must be what people do when they don’t have money and all sorts of imaginary scenarios were concocted, without reference to historical records, to explain the invention of money and gradually increasing complexity of this new thing they called “the economy”. 
Economists imagine that complications arising from barter are what gave the impetus for creating money. For example they describe something called the double coincidence of needs: you and I both have to need what the other has for a direct trade to work. But the truth is much simpler. Barter doesn’t work in a small village or tribal setting because it presumes antagonism between the people involved in the exchange. If we live in a village where we see each other on a daily basis though, we can’t afford this kind of antagonism. I can’t seek my own gain at your loss because we are in a long-term relationship. Instead we will come up with a way of accounting for debts. When you need wheat I will give it to you with the understanding that when I need ham you will return the favour. 
Here is what I think the take-away from this mistaken historiography should be: the foundational myth of economics establishes the entire system on the basis of antagonistic transactions of self-interest when in truth the story of debt is a story about human relationships. Debt was originally the answer to the question of how you and I can meet each others’ needs and remain friends.

See also The Myth of the Barter Economy, which I discovered when I had finalised this post.