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Thursday, 24 January 2019

Europe, Sick Man of the World Economy — Europa, kranker Mann der Weltwirtschaft?

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Zwei Zitate: Bridgewater vermutet, dass die nächste Krise von Europa ausgehen wird, und Draghi bestätigt prompt wenige Tage später, dass das Wirtschaftswachstum in Europa zunehmenden Risiken ausgesetzt sei.

Two quotes: Bridgewater suspects that the next crisis will emerge from Europe, and just a few days later Draghi confirms that economic growth in Europe is facing increased risks.


Quote 1:

And while Bridgewater is clearly bearish on developed markets such as the US  [... c]uriously, Jensen does not believe the next market swoon will emerge from the US; instead he said "European markets will be the first test" as the region is "starting from a worse level in terms of the economy, lower inflation - close to deflation in many places - and already have negative interest rates" adding that "their movement will be kind of a leading indicator because they’re going to struggle more with easing” than the U.S. or China, which have "more tools available to them."

The source.


Quote 2:

"The risks surrounding the euro area growth outlook have moved to the downside on account of the persistence of uncertainties related to geopolitical factors and the threat of protectionism, vulnerabilities in emerging markets and financial market volatility"
As a reminder, in Draghi's last statement, the central banker said "the balance of risks is moving to the downside" confirming not only that the European economy is now on the verge of contraction, but that this chart, showing that the Eurozone is now effectively in a recession has not been lost on the ECB.



Tuesday, 22 January 2019

Earnings Estimates 2019: Bogus Optimism? — Zweckoptimistische Ertragsschätzungen 2019?

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A post in German and English.

Lance Roberts warnt vor der fragwürdigen Qualität der von Analysten präsentierten Ertragsschätzungen für das Jahr 2019.

Die jüngst vermeldeten bzw. die prognostizierten positiven Überraschungen bei den Ertragszahlen leben von starken vormaligen Herabstufungen der erwarteten Werte – von der Größenordnung her ist es so, als sei ein Wert von 71 ausgewiesen worden bei einer Prognose von 70, die jedoch zuvor abgesenkt worden ist gegenüber dem früheren Wert von 90.

Heute zahlen Käufer weitaus mehr für die geschätzten Erträge als vor einem Jahr. Die optimistische Fassade kippt weg: Steuererleichterungen, Aktienrückkäufe, fantasievolle Bilanzkosmetik und andere Tricks zur Verschönerung des tatsächlichen Bildes – diese Haupttreiber des schwungvollen Trends haben keinen Einfluss auf das Niveau echter Erträge gehabt.

So sieht das Profil der Euphorie aus:



Lesen Sie mehr hier.


The reality is that if analysts were held to their original estimates, instead of 70-80% of companies beating estimates every quarter, it would be exactly the opposite.
As noted above, the biggest drivers to bottom line earnings has been accounting gimmicks, share repurchases, and tax cuts. Revenue growth, as a percentage of the total, has shrunk to just 14% even though reported earnings per share surged by almost $3/share from repurchases.

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However, even with the recent decline of forward estimates, they still remain far too lofty for 2019. Economic growth is slowing and, as I penned just recently (see article for composite index makeup), the domestic economy has already shown early signs of a more significant slowdown. Given that corporate profits are a function of economic activity, it should not be surprising that the rate of change of the S&P 500 is closely tied to annual changes in the Economic Output Composite Index.

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The “sugar high” of economic growth seen in the first two quarters of 2018 was from a massive surge in deficit spending and the rush by companies to stockpile goods ahead of tariffs. While those activities create the “illusion”of growth by pulling forward “future” consumption, it isn’t sustainable and profit margins will follow suit very quickly.


Causes of the Global Financial Crisis — Ursachen der Finanzkrise von 2007/2008

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Below video in English


Im Videoausschnitt unten führt Wray die große Finanzkrise von 2007 auf eine langfristige Umwandlung des Finanzsystems zurück, die sich in den USA aber auch weltweit über viele Jahrzehnte in der Nachkriegszeit abgespielt hat. 

Nach Überwindung der Weltwirtschaftskrise und nach dem Zweiten Weltkrieg hatte sich schließlich ein solides Finanzsystem entwickelt – teils dank strikter Kontrollen, teils, weil die schwächsten Glieder in der Kette der Weltwirtschaftskrise zum Opfer gefallen waren. 

Zudem war es so, dass am Ende des Zweiten Weltkriegs eine enorme Staatsverschuldung aufgebaut worden war. Die Privatwirtschaft konnte sich auf solide Bilanzen stützen. [Zur Erklärung: Eine hohe Staatsverschuldung bedeutet, dass der nicht staatliche Sektor Überschüsse an Nettofinanzaktiven hat, statt stark verschuldet zu sein. Bildlich gesprochen: Das Wachstum balanciert nicht auf dem Gipfel eines immer fragiler werdenden Schuldenbergs, sondern fußt auf gesunden Vermögensverhältnissen.] Damit war ein sehr robustes Wirtschaftswachstum möglich, das es vielen Nationen gestattete, Vollbeschäftigung über einen ausgedehnten Zeitraum zu erzielen.

Das privatwirtschaftliche Wachstum verdankte sich der Ausnutzung der Staatsverschuldung, statt auf einer hohen Schuldenquote privatwirtschaftlicher Wirtschaftsteilnehmer zu beruhen. [Staatsverschuldung bedeutet, dass der Staat mehr in die Wirtschaft hineinsteckt, als er (größtenteils durch Steuern) aus ihr herauszieht. Der Staat schafft effektive Nachfrage, von der die Privatwirtschaft profitiert. Solange Kapazitäten noch frei sind – und das war lange Zeit während der Nachkriegszeit der Fall –, kann der Staat kräftig Geld in die Wirtschaft stecken, ohne dass Inflation zu einer Gefahr wird. Vielmehr ermöglicht dieses Geld die produktive Nutzung brachliegender Ressourcen.]

Hyman Minsky brachte diese Situation auf den Punkt, indem er betonte, wie solide das Finanzsystem seinerzeit war, d. h. es spielte zum einen eine relativ beschränkte Rolle im wirtschaftlichen Gesamtgeschehen – [keine Verselbstständigung gegenüber der Realwirtschaft wie heutzutage, da gewaltige Ressourcen in den Finanzmärkten zirkulieren, statt der Realwirtschaft zugeführt zu werden] – und wurde zum anderen auch sehr genau überwacht – was eben eine sinnvoll beschränkte Rolle der Finanzwirtschaft begünstigte.

Doch das Finanzsystem sollte sich unweigerlich in eine ungute Richtung entwickeln. Die zur Vorsicht mahnenden Erinnerungen an die Weltwirtschaftskrise verblassten. Der wirtschaftliche Erfolg verleitete zu höherer Risikobereitschaft. Im Zuge dessen büßte das Finanzsystem an Solidität ein. Es wurde zunehmend fragiler.

Dieser Trend entfaltete sich über einen sehr langen Zeitraum. Er endete schließlich im Jahr 2007 in einem Kollaps.

Minsky sprach vom money manager capitalism. Dieser wies in vielfacher Hinsicht Ähnlichkeiten mit dem Kapitalismus auf, wie er zur Zeit der Weltwirtschaftskrise bestanden hatte.

Welche Entwicklungen führten letztlich zum Zusammenbruch im Jahr 2007?

Ursächlich war der starke Anstieg der Schuldenquoten über einen ausgedehnten Zeitraum: Die Haushalte in den USA verschuldeten sich immer stärker relativ zu ihrem Einkommen. Zum Teil lag das daran, dass die Reallöhne in den USA für durchschnittlich besoldete Arbeitskräfte etwa seit 1974 zu wachsen aufhörten. In einer Periode von 30 Jahren folgte dem Wirtschaftswachstum kein Anstieg der Reallöhne. Ein Teil dieses Wachstums wurde dadurch finanziert, dass die Haushalte sich stärker verschuldeten. Die Unternehmen verschuldeten sich ebenfalls, zeitweise in stark beschleunigtem Maße, zum Beispiel in der Hochphase der Leveraged Buyouts [Aufnahme von Schulden, um ein Unternehmen zu kaufen] in den 1980er und den 2000er Jahren. In der Folge waren die stark verschuldeten Unternehmen gezwungen, ihre künftigen Gewinne in den Schuldendienst zu stecken, statt produktive Investitionen vorzunehmen.

Das größte Problem des money manager capitalism war jedoch die zunehmende Verschuldung von Finanzinstitutionen untereinander. Im Jahr 2007 war es schließlich dann so, dass in den USA jedem Dollar Einkommen fünf Dollar an Verbindlichkeiten gegenüberstanden. In den frühen 1930er Jahren waren es 3 Dollar Verbindlichkeiten pro einem Dollar Einkommen. Die Schuldenquote war also weitaus höher denn je.

2007 betrugen die Verbindlichkeiten von Finanzinstitutionen gegenüber anderen Finanzinstitutionen mehr als 125% des BIP. Was die Umwandlung des Finanzsystems inzwischen bewirkt hatte, war, dass Finanzinstitutionen extrem kurzfristige Refinanzierung untereinander betrieben und sich somit Liquiditätsquellen  aussetzten, die sehr anfällig und volatil waren und innerhalb kürzester Zeit „austrocknen“ konnten. Die Teilnehmer am Finanzsystem waren auf diese hoch riskante Weise miteinander vernetzt. Wenn eine größere Institution dieses Netzwerks in Schwierigkeiten geraten sollte, würde sich das Problem sofort im ganzen Finanzsystem ausbreiten.  In der globalisierten Welt der Finanzen würde dies einen weltweiten Flächenbrand entfachen. Und so kam es im Jahr 2007.



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Saturday, 19 January 2019

A Look at the Money Supply — Ein Blick auf die Geldmenge (2)

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Continued from here.


... as the chart below suggests, lower money supply growth has always pointed to weaker global economic momentum going forward. In fact, if one uses Global Industrial Production growth as a proxy for the global economic expansion, or contraction, the World is now almost certainly in a recession ...


Make sure to read the entire article here.

A Look at the Money Supply — Ein Blick auf die Geldmenge (1)

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A post in German and English.


Könnte es sich so verhalten?

Could it be like this?

Warum ist die Geldmenge ein Indiktor für die Gesundheit einer Wirtschaft? Antwort: Wirtschaftswachstum bedarf der Ausweitung der Geldmenge.

Why is the money supply an indicator for the health of an economy? Answer: economic growth depends on a growing money supply.

Wenn aber Banken die Geldmenge ausweiten, sollten sie damit produktive Projekte finanzieren. Tun sie das nicht, entsteht unproduktives, inflationäres Wirtschaftswachstum, es werden Blasen an den Finanzmräkten, im Immobiliensektor etc. aufgepumpt.

When banks increase the money supply by extending loans, they ought to be targeting productive investments. Otherwise economic growth will be unproductive and inflationary, pumping up bubbles in financial and other markets (real estate etc.)

Quantitative Easing scheint genau das bewirkt zu haben. Während der Aktienmarkt von weiterer geldpolitischer Lockerung abhängig geworden ist, haben sich die grundlegenden konjunkturellen Bedingungen nicht durch QE verbessert – vielmehr scheinen sie sich eher abgeschwächt zu haben.

Quatitative easing appears to have achieved precisely that. While the stock market has become dependent on continued quantitative easing, QE has not ameliorated the fundamental condition of the economiy, which indeed seem to have deteriorated.

Die Ausdehnung der Geldmenge mihilfe der Geldpolitik hat also kaum Erfolg gezeitigt, was die Verfassung der Realwirtschaft angeht. Wenn die Zentralbanken jedoch an diesem Instrument festhalten, werden nur die Marktblasen am Leben gehalten, während sich die fundamentale Lage der Wirtschaft nicht verbessert.

Increasing the money supply by means of monetary policy has hardly been successful in  improving the real economy. Should central banks adhere to this instrument, the bubbles will be granted another lease of life while the fundamental economic situation will not become any better.

Gezielte Fiskalpolitik ist gefragt. Geldpolitik bringt Geld in die Wirtschaft ein, das nicht zweckgebuden ist: Statt Kredite auszureichen, können Banken in Finanztitel investieren. Direkte fiskalpolitische Ausgaben zur Finanzierung z. B. von Infrastrukturprojekten gewährleisten, wenn klug gewählt, dass die zusätzliche Geldmenge in produktive Investitionen gesteckt wird, die die grundlegende Verfassung der Wirtschaft verbessern.

Targeted fiscal policy is needed. Monetary policy injects money into the economy that is not designated for a specific purpose; monetary policy is not a tool compelling banks to extend (productive) loans; the latter may decide to make or support (unproductive but lucrative) investments in financial titles instead. Prudently earmarked fiscal spending is called for, financing (, say, infrastructure) projects capable of improving the condition of the economy.

Friday, 18 January 2019

Jack Bogle: Investment Revolutionary — Jack Bogle: Revolutionär des Sparens

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A post in English and German

Jack Bogle, the legendary founder of Vanguard, passed away yesterday at age 89.
He may not be the most well-known investor but he’s had by far the biggest impact on the investing public.
Warren Buffett said it best in his 2016 annual report:
If a statue is ever erected to honor the person who has done the most for American investors, the hands-down choice should be Jack Bogle. For decades, Jack has urged investors to invest in ultra-low-cost index funds. In his crusade… Jack was frequently mocked by the investment management industry. Today, however, he has the satisfaction of knowing that he helped millions of investors realize far better returns on their savings than they otherwise would have earned. He is a hero to them and to me.
Here are some things I learned from this brilliant man:
Meine Übersetzung:
Jack Bogle, der legendäre Gründer von Vanguard, ist gestern im Alter von 89 verstorben.
Er war vielleicht nicht der bekannteste Anleger, aber er hatte den mit Abstand größten Einfluss auf die Anleger dieser Welt.
Am besten hat es Warren Buffett in seinem Jahresbericht 2018 ausgedrückt:
Sollte jemals ein Denkmal zu Ehren des Menschen errichtet werden, der sich die größten Verdienste um amerikanische Anleger erworben hat, müsste Jack Bogle die Wahl um Längen gewinnen. Jahrzehntelang hat Jack Anleger beschworen, in die kostengünstigsten Index-Fonds zu investieren. Auf seiner Mission ... musste Jack oft den Hohn der Vermögensverwaltungsbranche über sich ergehen lassen. Heute jedoch hat er die Genugtuung zu wissen, dass er es Millionen von Anlegern ermöglicht hat, viel höhere Erträge zu erwirtschaften, als sie dies auf jede andere Weise erreicht haben könnten. Er ist ihr Held – und meiner auch. 

MMT: Not a Doctrine of Salvation — MMT: keine Heilslehre

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A post in English and German.

Ich begrüße MMT (Modern Monetary Theory) als eine wertvolle ökonomische Theorie, die uns hilft sowohl die Wirtschaft als auch die Fehler der herkömmlichen Wirtschaftslehre zu verstehen. Eines der wichtigsten Ergebnisse von MMT besagt, dass Konjunktursteuerung möglich ist und die Fiskalpolitik das wirkungsvollste Instrument hierfür ist. Es ist der Wirtschaftspolitik laut MMT möglich, Vollbeschäftigung zu gewährleisten, übermäßiger Inflation rechtzeitig entgegenzusteuern und die Wirtschaft auf dem Pfad ihres maximalen Potenzials zu halten. Das ist beeindruckend und wünschenswert, sofern die Aktivitäten, die durch die Fiskalpolitik unterstützt werden, unseren weltanschaulichen, politischen und moralischen Erwartungen entsprechen.

MMT ist insofern keine Heilslehre, als der Zweck, dem eine nach den Erkenntnissen dieser Wirtschaftslehre betriebene Wirtschaftspolitik dient, sich nicht schon aus der Doktrin ergibt, sondern von außen vorgegeben werden muss und leider auch verwerfliche, zumindest aber umstrittene Ziele umfassen kann. 

Der Neoliberalismus hingegen ist eine Heilslehre, insofern als er sich von der freien Marktwirtschaft eine Gesellschaft mit optimalen Eigenschaften verspricht. Er unterstellt also, dass die von ihm zugrunde liegende Wirtschaftstheorie bereits den Schlüssel zur bestmöglichen Gesellschaftsform enthält.

Ich stelle unten Links ein, die auf drei historische Beispiele verweisen, anhand derer zu erkennen ist, dass die Austeritätspolitik des Neoliberalismus wirtschaftlich verheerend ist. Seine Destruktivität ergibt sich aus seiner einseitigen Perspektive, die sich der Angebotsseite (d. h. besseren Bedingungen für Unternehmen) verschreibt, während sie die Nachfrageseite vernachlässigt (weil ihr die hierzu erforderlichen staatlichen Maßnahmen aus weltanschaulichen Gründen verdächtig oder zuwider sind). 

Das Beispiel des Deutschlands der 1930er Jahre zeigt jedoch, dass eine konjunkturpolitisch erfolgreiche Politik, die sich die Erkenntnisse von MMT zunutze macht oder so agiert, als täte sie dies, entsetzlichen Zielen dienen kann: Österreich der 1930er Jahre, Deutschland der 1930er Jahre und die EU heute.

English summary:

Modern Money Theory (MMT) is a welcome tool helping us to understand the economy and the errors of mainstream economics. MMT is a "manual" that tells us how to achieve full employment while keeping the economy on a path of realising its full potential, avoiding both (1) overheating and unacceptable inflation and (2) sub par performance and detrimental deflation, The instrument to achieve this is fiscal policy — government's ability to pump money in or out of the economy to stimulate aggregate demand or to throttle it. 

However, MMT is not a doctrine of salvation, but a description how the economy works, how macroeconomic crises can be avoided, keeping the economy on a steady path of success.

The purpose to which a MMT-driven fiscal policy ought to be directed cannot be ascertained and evaluated from the theory itself. 

Neoliberalism's analysis of the economy already contains in it the concept of the ideal society and the purported means of implementing it: let free markets rule and keep the government out of the economy and a good society will emerge. That is the doctrine of salvation inherent in neoliberalism, It derives from the one-sidedness of its economic point of view which only looks at the supply side (i. e. conditions conducive to firms) while being highly suspicious of, if not even inimical toward, the demand side of the economy (whose manipulation requires the kind of government interference ruled out by neoliberalism for ideological reasons).

I offer three links which, I think, illustrate that neoliberalism inevitably leads to highly detrimental austerity (as it by definition rules out massive fiscal policy intervention needed to keep an economy on a path of balanced progress): Austria in the 1930s and the EU today.

Unfortunately, fiscal space, whose possibility and effects are described by MMT, can be instrumentalised to support political goals and systems of the most objectionable kind, as we learn from the story of Germany in the 1930s.


Thursday, 10 January 2019

Economy Driven by Quantity of Money Not Price of Money

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A post in German and Englisch.


Ich zitiere Richard Werner aus seinem von mir übersetzten Buch New Paradigm in Macroeconomics mit dem nicht so schönen deutschen Titel (stammt nicht von mir): Neue Wirtschaftspolitik. Was Europa aus Japans Fehlern lernen kann.

Wenn das nächste Mal ein Zentralbanker ankündigt, die Zinsen anzuheben, um das Wachstum zu verlangsamen oder die Zinsen zu senken, um die Wirtschaft zu beleben, wissen wir nunmehr, dass er einen ausgemachten Unsinn von sich gibt. (S. 148)

Was er damit meint, erklärt er im Video unten auf Englisch.

Richard Werner argues that interest rates precede rather than antecede changes in the economy, implying that central bankers are unable to do what they claim they are doing — slow down or boost the economy by increasing or cutting interest rates. Economies are not driven by the price of money (interest rates) but by the quantity of money (created by the banking system) which is either productively invested leading to sustainable growth or unproductively creating inflation. He explains his thinking in the video below:






See also Princes of the Yen.

Tuesday, 8 January 2019

What Drives Secular Bull Markets? — Voraussetzungen einer Hausse

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A post in English and German.


Lance Roberts umreißt die Bedingungen, die zu einer langfristigen Hausse führen. Das Bewertungsnievau spielt eine wichtige Rolle – zu Beginn einer Hausse liegt es typischerweise im Bereich eines Gewinn-Multiplikators von 10. Dieser Multiplikator schraubt sich gegen Ende des Bullenmarkts bis auf das 23-25-Fache oder sogar noch höher.


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Die Triebfeder eines lang anhaltenden Bullenmarkts ist valuation expansion oder multiple expansion: also ein stetiger Anstieg des durch eine Reihe von Indikatoren (Gewinn je Aktie, Dividendenrendite etc.) angezeigten Bewertungsniveaus (ausgedrückt als Vielfaches des Kurses – z. B. das 10-Fache des Gewinns je Aktie) der betreffenden Unternehmen.

Was benötigt wird, ist ein niedriges Niveau aller relevanten Einflussgrößen, wie das Beispiel des Bullenmarkts zeigt, der sich zwischen 1982 und 2000 entfalten konnte: Zu Beginn dieser Phase betrug der Gewinn je Aktie das 5-Fache der Kurse, die Dividendenrendite lag bei 5 %, die Inflation war außerordentlich hoch ebenso wie die Zinsen, die ein Hochplateau bildeten, wenn man so will, von dem aus sich über vierzig Jahre ein Abstieg vollzog, der wachsende Profitabilität bedeutete, begünstigt durch stetig abnehmende Produktions- und Finanzierungskosten.

Wir haben einfach nicht die Bedingungen heute, die einer langanhaltenden Hausse vorausgehen (im Gegenteil!): hohes Inflations- und Zinsniveau, eine hohe Sparrate, ein geringes (private) Verschuldungsniveau sowie ein hohes Wachstum der Einkommen. Die Bereitschaft und Fähigkeit, sich zu verschulden (releverage) ist ausgereizt.

Writes Lance Roberts:

Despite much hope that the current breakout of the markets is the beginning of a new secular “bull” market – the economic and fundamental variables suggest otherwise. Valuations remain at very elevated levels which are the opposite of what has been seen previously. Interest rates, inflation, wages, and savings rates are all at historically low levels which are normally seen at the end of secular bull market periods, not the beginning of one.

[...]  the consumer, the main driver of the economy, will not be able to again become a significantly larger chunk of the economy. With savings low, income growth weak and debt back at record levels, the fundamental capacity to re-leverage to similar extremes is no longer available.
Let’s also not forget the singular most important fact.
The breakout of the markets in 2013 was not one based on organic economic fundamentals but rather through massive monetary interventions by Central Banks globally. The previous secular bull markets in our history we ones which were derived from extreme undervaluations, washed out financial markets, and extreme negative sentiment.
Such is clearly not the case today.
While stock prices can certainly be lofted higher by further monetary tinkering, the larger problem remains the inability for the economic variables to “replay the tape” of the ’80s and ’90s. At some point, the markets and the economy will have to process a “reset” to rebalance the financial equation.


Quelle.

Saturday, 5 January 2019

Calculating a Recession — So errechnet man (sich) eine Rezession

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A Post in English and German.

Was die Aussichten einer Rezession betrifft, gibt sich JPMorgan wankelmütiger als noch vor Kurzem. Wie solide sind die Schlussfolgerungen?

Der neue Pessimismus fußt auf einer einfachen Rechnung: Die vergangenen elf Rezessionen zeichneten sich durch einen durchschnittlichen Rückgang des S&P von 26% gegenüber dem jeweiligen Höchststand aus. Bislang ist der S&P um 16% geschrumpft – ergo beträgt die Wahrscheinlichkeit einer Rezession 16/26 = 0,62 = 62%. 

JPMorgan appears more fickle than they used to be on the prospects of a recession. How sound is the reasoning?

... Nikolaos says that "equity markets appear to be pricing in around a 60% chance of a typical US recession." How does he get to this number? As the JPM strategist notes, the simplest way to assess how much of a US recession is priced in is to use the average 26% decline in the S&P500 index over the past 11 recessions. So far the S&P500 has declined by 16% from its peak, so equity markets price in a 16/26=62% chance of an average recession.

Quelle/Source

Friday, 4 January 2019

Inside the Fed's Minds — Was die US-Zentralbanker wohl denken

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A Post in English and German.


Lance Roberts vermutet, dass die US-Zentralbank

entweder

zu wissen glaubt, dass die nächste Rezession bevorsteht und ihr Eintreten durch die Anhebungen des Leitzins vorgezogen werden wird, entscheidet sich aber für das kleinere von zwei Übeln, nämlich: einem möglichst kräftig gefülltem Schießpulverlager (möglichst hohem Zinsniveau), um der beschädigten Wirtschaft durch Zinssenkungen wieder auf die Beine zu helfen,

oder

die volkswirtschaftlichen Daten (übertrieben) positiv einschätzt und daraus die Überzeugung ableitet, die Wirtschaft in eine Hochkonjunktur zu steuern, die Inflation in den Griff zu bekommen und langfristiges Wachstum auf hohem Niveau zu gewährleisten.

  1. The Fed is absolutely aware the economy is closer to the next recession than not. They also know that hiking interest rates in the current environment will likely accelerate the next downturn. However, the “lesser of two evils” is to face the recession with the Fed funds rate as far from zero as possible, or;
  2. The Fed believes the economic data is indeed trending stronger and are overly confident in their ability to guide the U.S. economy into a “Goldilocks” type scenario where they can control inflationary pressures and growth rates to sustain a lasting economic cycle. 

Freilich scheint die Zentralbank inzwischen „kalte Füße“ bekommen zu haben angesichts der prekären Lage am Aktienmarkt, aber auch weil höhere Zinsen Gift sind für die hochverschuldeten Verbraucher und die Investment-Grade Unternehmen des Landes.

With the Fed continuing to tighten monetary policy, the screws are being twisted further on both households and speculative-grade corporate debt. It appears the markets have already begun to anticipate more defaults and are repricing risk accordingly.

Shares and the Real Economy — Aktien und die Realwirtschaft

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A post in English and German-


In einem lesenswerten Artikel (siehe Ausschnitte unten) berichtet Lance Roberts, dass Analysten die Marktentwicklung systematisch überschätzen, bilanztechnische Schönfärberei selten aufdecken und meist weitergeben als entsprächen sie der Wahrheit. Seit 2009 sind nur 11% des Anstiegs der ausgewiesenen Unternehmensgewinne auf wachsende Umsatzerlöse zurückzuführen.

Die hohen Gewinnprognosen stehen auf einem zerbrechlichen Podest. Im Hintergrund braut sich das Gewitter einer Rezession zusammen.


These “gimmicks” to boost earnings, combined with artificially suppressed interest rates and massive rounds of monetary interventions, unsurprisingly pushed asset prices to historically high levels. However, as noted, the boost to “profitability” did not come from organic economic growth. As I showed previously:
“Since the recessionary lows, much of the rise in ‘profitability’ has come from a variety of cost-cutting measures and accounting gimmicks rather than actual increases in top-line revenue. While tax cuts certainly provided the capital for a surge in buybacks; revenue growth, which is directly connected to a consumption-based economy, has remained muted. 
Here is the real kicker. Since 2009, the reported earnings per share of corporations has increased by a total of 391%. This is the sharpest post-recession rise in reported EPS in history. However, the increase in earnings did not come from a commensurate increase in revenue which has only grown by a marginal 44% during the same period. This is an important point when you realize only 11% of total reported EPS growth actually came from increased revenues.”

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Way Too Optimistic

With share buyback activity already beginning to slow, the Federal Reserve extracting liquidity from the financial markets, and the Administration continuing their “trade war,” the risks to extremely elevated forward earnings estimates remain high. We are already seeing the early stages of these actions through falling home prices, automobile sales, and increased negative guidance for corporations.
If history, and logic, is any guide, we will likely see the U.S. economy pushing into a recession in 2019 particularly as the global economy continues to weaken. This is something both domestic and global yield curves are already screaming is an issue, but to which few are listening.
Currently, analysts’ forward earnings estimates are still way too lofty going into 2019. As I noted in the recent missive on rising headwinds to the market, earnings expectations have already started to get markedly ratcheted down for the end of 2019. In just the last 45-days the estimates for the end of 2019 have fallen by more than $14/share. The downside risk remains roughly $10/share lower than that and possibly much more if a recession hits.

Good Bad Payroll Numbers — Gute schlechte Nachrichten vom Arbeitsmarkt

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A post in English and German.

Die Politik signalisiert dem Markt, dass sie ihm immer entgegenkommen wird. Die Aktien machen einen Freundensprung wegen guter Arbeitsmarktdaten. Schaut man aber genauer hin, haben nur die über 55jährigen etwas von den guten Zahlen. Gefragt ist die Erfahrung derer, die zum großen Teil eine längere Lebensarbeitszeit in Kauf nehmen müssen, wegen der Niedrigzinspolitik der letzten Dekade. Die Jungen bleiben außen vor. Sieht so eine gesunde Wirtschaft aus? Ist das Finanzialisierung (die wirtschaftspolitische Begünstigung der Finanzwirtschaft auf Kosten der Realwirtschaft)? Haben jene recht, die behaupten, die Politik mache gemeinsame Sache mit Wall Street und lasse den Rest der Bevölkerung im Stich?


While politics is sending accommodating signals with Powell indicating that he will not let financial markets in the lurch, the stock market jumped on good payroll numbers. Apparently, these numbers show that nothing has changed to lead the young out of their predicament (no jobs, badly paid jobs), while practically all improvement goes to older workers (many of whom having to work a lot longer then planned owing to ZIP), whose experience is at a premium. Is this a healthy economy? Is this financialisation? Are those right who say politics (that includes the Fed) is obliging Wall Street and leaving the broader population in the lurch?


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See also here.

Thursday, 3 January 2019

Rotten Apple — Ankerwert Apple inzwischen ein fauler Apfel?

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A Post in German and English.

Bröckelt Apple – einer der markttreibenden Hyperaktien, die unter der Abkürzung FAANG (Facebook, Apple, Amazon, Netflix, Google) zusammengefasst werden? 

Keine Absatzsteigerung (unit growth), sinkender Marktanteil, mangelnde Innovationen, zu hohe Preise – alles Defizite, die während der letzten zwei Jahre schon zu erkennen waren, und einige wenige dazu bewegt haben, schon seit längerem bei Apple Vorsicht walten zu lassen.

While Apple stock plunging this morning and dragging the market and the Nasdaq lower, there were those (few) analysts and traders who were not surprised by Tim Cook's "shocking" revenue guidance cut: “Warning flags were flying,” William Fleckenstein, a Seattle-based money manager who has shorted Apple for the last three months, told Bloomberg. “You could see the deterioration in the lack of unit growth over the last couple of years and the market share loss. It was only the mania that held the thing together and now that finally blew.” 
Fleckenstein warned that Apple may be a “value trap” if it fails to take steps to regain market share, such as lowering prices or innovating new products, especially if the global economy slows. 
“You’ve got them losing market share in a good period,” he said. “What’s going to happen in a bad period?” 
One reason the market is taking the news so badly: The technology giant’s warning was its first in almost two decades. “It’s hard to believe that a miss of this magnitude was not evident in December but we are dealing with a company that has no experience in how to guide down,’’ analyst Walter Piecyk at BTIG said via email.