![]() |
| Image credit |
Mit Sprache kann man erstaunliche Dinge tun – z. B. Handlungen vollziehen, die auf nichts anderem als einer Äußerung beruhen:
„Meine Worte hatten dich beleidigen sollen“ – hier wird durch eine Äußerung, eine Tat begangen, sichergestellt, dass ein verletzender Akt als solcher wahrgenommen wird. Die Sprachphilosophie spricht von einer sogenannten performativen Sprachhandlung oder einem illokutionären Akt.
Man kann auch durch die formale Struktur einer spachlichen Äußerung Menschen – wissentlich oder gezielt – in die Irre führen.
Wer eine Frage stellt, löst im Gegenüber unwillkürlich die Erwartung aus, eine Antwort sei erforderlich und möglich.
Ich habe lange gedacht, dies träfe zu, wenn die Frage gestellt wird:
Was ist der Sinn des Lebens?
Man werde durch die grammtikalische Struktur des Fragesatzes quasi in die Pflicht genommen, eine Antwort zu geben, wo es keine gibt.
Ich habe früher darauf geantwortet, dass es DAS LEBEN überhaupt nicht gibt, sondern nur einen Ablauf diskreter Lebensereignisse, die äußerst unterschiedlich sein können und nicht im Zusammenhang zu einander stehen, geschweige denn Teil einer lückenlosen Kette sein müssen. Die Frage suggeriert also ein Objekt, das überhaupt nicht existiert.
Man kann versuchen, Aspekte des Lebens daraufhin zu bewerten, ob sie sinnvoll sind, einen Sinn ergeben, einen Sinn besitzen. Das Leben als Gesamtheit existiert aber nicht und kann daher nicht auf seinen Sinn hin befragt werden.
Selbst, wenn wir große Zusammenhänge unseres Lebens der Sinnfrage unterwerfen, und das vielleicht auch nach unserem Empfinden mit Erfolg, zeigt sich bei genauerem Hinsehen, dass auch diese „großen Würfe“, nur Ausschnitte sind in einem Ozean an Perspektiven und Gesichtspunkten, nach denen die unendlich vielfältigen Erfahrungen des Leben sich ordnen lassen.
Vielleicht bestand der Sinn meines Lebens darin, ein Land zu missionieren, und nachdem mir dies gelungen ist, kann ich bekräftigen, dass mein Leben einen Sinn gehabt und sich dieser erfüllt habe.
Doch wie gesagt, damit hebe ich nur einen Ausschnitt meines Lebens hervor.
Niemand bestreitet, dass man sinnvolle Ziele verfolgen oder ein Leben führen kann, das einem großen Ziel dient, von dem man empfindet, dass es der eigenen Existenz einen Sinn gibt. Freilich kann man sich darin täuschen oder diesem Gefühl, ein Leben zu leben, das durch eine große Sinn-Klammer zusammengehalten wird, verlustig gehen. Auch kann vieles, das zu einem sinnvollen Leben gehören könnte oder sollte, unterdrückt und verpasst werden, wenn man zu sehr auf das eine große Sinnthema hinlebt.
Der gesamte Fluß des Lebens enthält eine unendliche Fülle an Sinnhaftem, vieles davon trivial aber lebenswichtig – ein geordneter Tagesablauf zum Beispiel: genügend Schlaf, gute Nahrung, ausreichend Bewegung, erfolgreiche Tätigkeiten im Beruflichen und in anderen Kontexten.
Vermutlich ist es sogar ein ganz besonders glückliches Talent, nicht allzu anfällig zu sein für Sirenenrufen, die dem Leben Sinn zu geben versprechen.
Eine Mutter von fanatischer Religiösität, die auf den einen, den ganz großen Sinn des Lebens hinausgreift, kann vielleicht ihre Kinder deswegen vernachlässigen und verdankt es nur ihrer Verblendung, dass sie nicht merkt wie ihr Leben – nach den eigenen Maßstäben – scheitert.
Ich glaube, es ist besser, das Thema zu portionieren und darauf zu achten, dass man Sinnvolles im Leben tut, statt alles auf die eine große Karte zu setzen.
Ich glaube auch, dass die beste Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens lautet: Es macht Spaß zu leben – ich lebe gerne.
Denn weder die Welt, in der wir leben, noch wir als Gewächse der Evolution, sind dafür gemacht, auf eine große, quasi lebenanschauliche Überwahrheit hin zu leben – so sehr sich auch Machthaber und ihre Schafe ein grandioses Bühnenbild mit dem totalitären Pomp von Absoluta und Ewiggültigem wünschen.
Der Mensch ist seine eigene Allzweckwaffe. Er ist ausgerüstet mit Dispositionen, Instinkten, starken emotionalen Orientierungshilfen. Wie David Hume es einmal, vielleicht etwas überspitzt ausgedrückt hat: Der Kopf ist der Sklave des Gefühls. Das heißt nicht, dass der Mensch kopflos, unüberlegt und irrational ist. Das Diktum ist darauf gemünzt, dass das, was dem Sinn des Lebens vielleicht am nächsten kommt, die Befriedigung ist, die der Mensch empfindet, wenn er seinen grundlegenden Neigungen gemäß leben kann. Die Logik, zu der unser Hirn fähig ist, verleiht dem Leben nicht seine Vitalkraft, das Gefühl der Lust an ihm. Das kommt aus der Tiefe des Gefühlsmäßigen, der Intuitionen und Instinkte.
Das Leben hat einen Sinn, wenn es Spaß macht – oder ein Iota weniger hedonistisch: wenn man sich in ihm wohlfühlt.
Der Sinn des Lebens ist die Freude am Spiel, das uns begleitet, bis wir sterben.
Natürlich kann auch ein übergreifender und lange durchgehaltener Zweck Teil des Bündels an Dingen sein, die unsrerem Leben Sinn verleihen. Aber in der Regel wird das Maß der Sinnhaftigkeit eines Lebens nicht durch Verfolgung eines Ziels, eines Motivs eine befriedigende Qualität, ein ausgewogenes Niveau erreichen, sondern dadurch, dass man offen bleibt für die Vielfalt der Neigungen, mit denen der Mensch ausgestattet ist als ein Lebewesen, das wie andere Tiere auch, nicht durch Gedanken allein, sondern durch die Empfindungen motiviert wird, in denen der Verstand wurzelt.
Wie dem auch sei, die Frage nach dem Sinn des Lebens ist aber von allgemeinerer Natur als die Inspektion des eigenen Lebensgefühls.
Es ist zweifelhaft, ob sich eine allgemeine, eine objektive, eine allgemein gültige Antwort geben lässt, oder ob es überhaupt erstrebenswert ist eine solche Universalklärung herbeizuführen. Sind daran nicht eher Machtsuchende interessiert, die die breite Bevölkerung auf ihre ideologischen Bedürfnisse einschwören möchten?
Traditionell ist die Frage nach dem Sinn des Lebens oft eine Fangfrage der Pfaffen gewesen, die den gesund Geerdeten – und umso effektiver den Labilen und Unsicheren – in das Durcheinander eines unerwarteten Rätsels stürzen, um ihn gefügig zu machen für ihre vorgestanzten Weisheiten.
Traditionell ist die Frage nach dem Sinn des Lebens oft eine Fangfrage der Pfaffen gewesen, die den gesund Geerdeten – und umso effektiver den Labilen und Unsicheren – in das Durcheinander eines unerwarteten Rätsels stürzen, um ihn gefügig zu machen für ihre vorgestanzten Weisheiten.















Continued from here.
I received this reply to my comment.
My response is here:
Thank you for your reply.
I fail to see how a regime of floating exchange rates invalidates what these gentlemen have to say about the benefits of engaging in exporting:
Adam Smith, The Wealth of Nations, Chap I, Commercial System, p. 181
While Adam Smith emphasises trade and thus exporting as "a vent for surplus production and as a means of widening the market thereby improving the division of labour and the level of productivity" (Thirlwall), the latter author continues to write in his "Growth and Development" (1990, p. 430),
And he adds on p. 431 with respect to the most successful among the developing and (not only recently) industrialised countries
If this is true, and I have no doubt it is, how can one claim that exporting is an impoverishing activity and nothing but an impoverishing activity (Neil Wilson above), a cost and nothing but a cost, not eligible to be ascribed any benefit(s) ?
Are you saying all of these benefits do not exist? Alternatively, are you saying that if these benefits exist their effects are fully annihilated, made to disappear, leaving no traces of their positive side by the fact that an exporter is "giving up some real things" of domestic origin? Are you arguing in favour of total autarky? No, you are not, because you posit that imports are a benefit (and nothing but a benefit). But as you acknowledge yourself, exports have the benefit of making imports possible. How does that benefit disappear, when it is claimed that exports are nothing but disadvantageous, void of benefits, a cost and nothing but a cost?
You write:
You are avoiding the term "benefit", but still a benefit it is. Then you write:
The ability to afford the cost of importing "some real things" is a benefit derived from export. If export would not bring forth this benefit, I would not be able to benefit from import. Restricting export to its cost side is as inadmissible as claiming that a salary is a cost for its receiver, say, for all of it is spent. Well I could not spend anything unless my salalry had the benefit of being worth enough to afford the cost that sellers erect like a wall between my desires and the things I would like to acquire. This cost (of purchasing imports) is not generated by export, but by the importers legitimate inclination not to give away things for free, and that cost is met by the exporter's ability (i. e. the great benefit of export) to offer something sufficiently valuable to entice the importer to make a purchase. So export can be looked at from the point of view of benefits (e. g. it gives me purchasing power) as well as costs (I have to give up certain things to enjoy the benefits of export).
To claim that within the conceptual framework of costs and benefits, only the concept of cost applies to export is not true. It (export as cost) applies in the form of special cases.
It is not clear to me what one hopes to gain by claiming that a proposition is more general than it actually is.
Also, the advantages and disadvantages (costs and benefits) of exporting and importing can not be exhaustively accounted for by concentrating exclusively on the question whether the domestic availability and the domestic use of domestic resources are increased (supposedly categorically good) or reduced (supposedly categorically bad). Why should one use domestic resources domestically, when they are more productively and profitably applied by producing and selling export goods?
To the extent that trade involves international imbalances as well as winners and losers, this still does not justify the conceptual truncation whereby exports are said to be a cost and only a cost, and not amenable to being (perceived as) anything else, and imports are said to be a benefit and only a benefit, and not amenable to being (perceived as) anything else.
I think, this is the core reason why many people do not go along with "export = cost, import = benefit."
A claim is made that the proposition is virtually self-evident, easy to state and understand, when it is not, for it purports to express a generally applicable statement, when in fact it can be challenged by valid counter examples.
The claim is confidently introduced as simple and clear and of the most general nature, but further discussion quickly reveals that sophisticated complementary arguments are required to support it.
It seems to me that a rephrasing is required that avoids the above shortcomings.
I write this as someone who is willing to try very hard to understand MMT, because I have amply experienced how exceptionally valuable this way of looking at the economy is.